Website und Online-Shop mit SSL verschlüsseln

Die Website mit SSL zu verschlüsseln ist seit Januar 2017 aus mehreren Gründen wichtiger geworden. Einserseits spielt das Thema Sicherheit im Netz für Anbieter und Nutzer von Internetdiensten eine immer größere Rolle. Gleichzeitig bringt eine verschlüsselten Website einige zusätzliche positive Nebeneffekte.

Vorteile von verschlüsselten Websites:

Zuerst möchte ich kurz auf die Vorteile einer verschlüsselten Website hinweisen. Zur Sicherheit im Netz können alle beitragen. Aus meiner Erfahrung steht dem allerdings manchmal die eigene Bequemlichkeit im Weg. Die folgenden Vorteile sollen Sie also motivieren, die notwendigen Schritte zu einer verschlüsselten Website einzuleiten:

  • sichere Kommunikation und Datenschutz – persönliche Daten der Nutzer schützen
  • Vertrauen und Kundenbindung – Nutzer fühlen sich sicherer und vertrauen Ihrem Angebot
  • verbessertes Ranking in Suchmaschinen – HTTPS beeinflusst Googles Ranking-Faktor positiv
  • Performance und Geschwindigkeit – eine verschlüsselte Website kann den neuen schnelleren HTTP/2-Standard verwenden

Not-Secure-Hinweis im Browser

Seit Anfang des Jahres signalisiert der Browser Chrome und auch andere moderne Browser-Alternativen den Besuchern einer Website, wenn diese nicht mit einem SSL-Zertifikat verschlüsselt ist. Besucher einer unverschlüsselten Website erhalten eine Nachricht, dass die Website evtl. nicht sicher ist.

Diese Nachrichten können Verunsicherung bei den Besuchern Ihrer Website auslösen. Was soll ich tun? Kann ich der Website noch vertrauen? Und das auch dann, wenn Ihre Website eigentlich kein Sicherheitsrisiko darstellt.

HTTP/2 – das schnelle Internet

Seit der Einführung des neuen Übertragungsprotokolls HTTP/2 im Jahre 2015 hat sich einiges getan. Anfangs war es schwer den neuen Standard auch tatsächlich für die eigene Websites einzusetzen. Inzwischen bieten schon einige Webhoster die erforderlichen Voraussetzungen, um in Zukunft auf das deutlich schnellere Protokoll HTTP/2 zurück zu greifen.

Let’s Encrypt – kostenlose Zertifikate

Voraussetzung für eine Übertragung mit HTTP/2 ist jedoch eine verschlüsselte Verbindung über ein SSL-Zertifikat. Bisher waren Sie da gezwungen, zusätzliche Kosten für das SSL-Zertifikat in Kauf zu nehmen. Inzwischen gibt es eine kostenlose Alternative. Die Zertiefizierungsstelle Let’s Encrypt bietet offene SSL-Zertifikate ohne zusätzliche Kosten. Ziel der Initiative ist es, die Verschlüsselung von Websites zu vereinfachen und so für mehr Sicherheit im Web zu sorgen.

Vorteile:

  • kostenloses Zertifikat
  • automatische Aktualisierung alle drei Monaten

Nachteile:

  • Webhoster muss Einbindung unterstützen
  • schwache Validierung der Website / nur der Doimaininhaber wird geprüft
  • mögliche Sicherheitsprobleme durch autorisierte Systemzugriffe

Fazit: Als Einstieg oder zum Testen einer Verschlüsselung der Website kann ein kostenloses Zertifikat eingesetzt werden. Let’s Encrypt Zertifikate eignen sich nicht für Websites mit aufwendigen Internetdiensten und Online-Shops.

WordPress auf https umstellen

  1. SSL-Zertifikat einrichten
    Ein SSL-Zertifikat muss im Backend des Webhosters eingerichtet werden. Oft kann dort auch eingestellt werden, dass nur noch das https-Protokoll zum Aufruf der Website verwendte wird. Das Einrichten der SSL-Zertifikate ist bei den Webhostern immer etwas unterschiedlich, daher kann ich hier kein Screenshot anbieten.
  2. Datenbank sichern
    Für die Umstellung der Website von http auf https müssen Änderungen in der Datenbank vorgenommen werden. Ziel ist es alle Verlinkungen auf Medien und Seiten auf https umzustellen. Und wie immer bei Änderungen an der Datenbank empfiehlt sich eine vorherige Sicherung!
  3. Umstellung der Adresse der Website im WP-Backend
    Unter EinstellungenAllgemein kann im Backend die „WordPress Adresse (URL)“ und „Website-Adresse (URL)“ geändert werden. Diese Änderung reicht jedoch nicht aus. Zusätzlich müssen in der Datenbank alle Links auf Medien und Seiten aktuell sein. Sonst werden manche Links noch über das alte http-Protokoll aufgerufen.Webadresse in WordPress auf https umstellen
  4. Verlinkungen in der Datenbank auf https setzen
    Um die Links auf alle Seiten und Medien zu aktualisieren empfehle ich das Plugin Better Search Replace. Damit kann die Aktualisierung direkt im Backend von WordPress erledigt werden. Erfahrungen im Umgang mit Datenbanken ist nicht erforderlich.
  5. Better Search Replace
    Nach der Installation und Aktualisierung kann das Plugin unter WerkzeugeBetter Search Replace aufgerufen werden. Wählt die Tabelle wp_post aus und gebt in das Formular die alte und neue Webadresse (URL) ein. Ihr könnt erst einen Testlauf machen. Danach allerdings muss das entsprechende Häkchen vorher entfernt werden.Better Search Replace
  6. Aktualisierung Themedateien  – optional
    Sollten Sie im Theme Änderungen gemacht und direkte Links für Bilder (z.B. Hintergrundbilder in CSS) eingesetzt haben, müssen auch diese Links aktualisiert werden. Hinweis darauf kann sein, dass das Schlosssymbol in der Adresszeile gelb ist und auf Mixed Content hingewiesen wird.
  7.  .htaccess ändern
    Damit in Zukunft nur noch https:// aufgerufen wird, empfehle ich eine Änderung an der .htaccess Datei. Manche Webhoster haben dafür auch Einstellungen im eigenen Backend. In jedem Falle bekommt man dort auch die passenden Informationen. Hier ein
    Code-Beispiel. Sie müssen natürlich example.com durch Ihre Domain ersetzen.RewriteEngine On
    RewriteCond %{HTTP_HOST} ^example\.com [NC]
    RewriteRule ^(.*)$ https://example.com/$1 [R,L]

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